Kritik: Der Chronoplan

Es gibt künstlerische Auseinandersetzungen mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, die so eindringlich sind, dass sie intensiver nachhallen als jeder noch so detaillierte historische Bericht. Sebastian Haffners Memoir „Geschichte eines Deutschen“ ist dafür ein Beispiel. Sachlich aber mit der Eleganz eines erfahrenen Journalisten beschreibt er darin unter anderem die gesellschaftlichen Veränderungen der Weimarer Republik bis zur Machtergreifung durch die Nazis. Seine Schilderungen sind dermaßen plastisch, beinahe greifbar, dass es einem kalt den Rücken hinunterläuft. Vor allem wen man sie im aktuellen politischen Klima liest. Als Mahnung an die Zerbrechlichkeit der Demokratie mit einem emphatischen Appell an die Kraft des Einzelnen gegen Totalitarismus hat es gerade heute nichts an Brisanz verloren.

Ein solches Werk könnte Julia Kerrs Oper „Der Chronoplan” ebenfalls werden:

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Foto: © Andreas Etter

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